Betritt man die Stadtpfarrkirche durch das Hauptportal und geht man dann in das rechte Seitenschiff, vorbei am Grab des Heiligen Alexander, so erblickt man rechts oberhalb des Beichtstuhls zunächst die Figur des Heiligen Paulus. Geht man weiter Richtung Altar, vorbei an der Ölberggruppe, so sieht man rechts vorne die anmutige Figur des Jakobus des Älteren, einer der ersten Apostel Jesu und Sohn des Zebedäus. Er blickt uns an. In der rechten Hand hält die barocke Figur einen Wanderstab, vor sich einen Wanderhut.
Direkt oberhalb der Figur ist das Apostelfenster zu sehen, mit Jakobus als zentraler Figur, umrahmt von den Aposteln und Szenen aus seinem Leben, die zu betrachten es sich lohnt. Dort sieht man Jakobus als Täufer, als Missionar und seine Hinrichtung: Er wurde mit dem Schwert enthauptet. Das Fenster wurde in der Zeit zwischen 1977 und 1984 von Josef Dering geschaffen, der auch die anderen Buntglasfenster gestaltet hatte.
Jakobus war viel unterwegs, um den Glauben zu verbreiten. Daher trägt er auf vielen Abbildungen als Kennzeichen einen Wanderstab und eine Kalebasse (einen Flaschenkürbis), in der er Wasser zum Trinken mit sich führte. Auch eine Jakobsmuschel diente als Trinkgefäß. Wir sehen sie heute daher als Kennzeichnung der vielen Jakobswege, die nach Santiago de Compostela führen. Dort ist das Grab des Heiligen Jakobus, auch wenn er eigentlich in Jerusalem seinen Tod fand. Einer Legende nach brachten Engel (oder auch zwei seiner Jünger) seinen Leichnam auf ein Boot, das in Galizien (im heutigen Spanien) strandete.
Am deutlichsten sind die Kennzeichen des Apostels Jakobus am Ambo zu erkennen. Dieser wurde bei der Neugestaltung des Altarraums Mitte der 1950er-Jahre aus Kelheimer Auerkalkstein gefertigt und von Bildhauer Marstaller (Augsburg) bearbeitet. 1978 erhielt er dann von dem ortsansässigen Bildhauer Karl-Heinz Torge eine Umgestaltung.
Jakobus findet sich auch in der spätgotischen Ölberggruppe, die aus dem 15. Jh. stammt. Er ist der Mittlere der drei dargestellten Jünger Jesu. Rechts von ihm sieht man seinen Bruder Johannes, links den Apostel Petrus. Auch auf dem barocken Festtagskelch ist Jakobus auf einem der sechs Email-Medaillons ebenfalls zu sehen.
Text: Mili Nowak, Carola Pelikan
Fotos: Carola Pelikan
Dieser Beitrag wurde zuerst im Pfarrbrief Pfingsten 2024 auf den Seite 4 und 5 veröffentlicht.




