Skip to content

Eine 45-köpfige Gruppe der Pfarreiengemeinschaft Schrobenhausen besuchte vom 18. bis 23. Mai 2026 das Nachbarland Polen. Ziel der Reise war unter anderem der Geburtsort unseres zweiten Pfarrers Marek Pokorski.

Die Fahrt führte zunächst mit einem Zwischenstopp nach Liegnitz (Legnica), einer ehemaligen deutschen Kreisstadt in Niederschlesien. Die Stadt beeindruckte mit mehreren sehenswerten historischen Bauwerken und bot einen interessanten ersten Einblick in die Geschichte und Kultur Polens.

Anschließend ging es weiter nach Uniejów, dem Geburtsort von Pfarrer Marek Pokorski. Ein besonderer Höhepunkt war dort die Feier der Heiligen Messe in der Basilika Minor, in der Pfarrer Marek einst getauft wurde. Die Gruppe durfte sich um den Altar versammeln und gemeinsam mit der musikalischen Begleitung von Agathe Meyer und Regina Reiter singen. Besonders bewegend war das Lied „Schwarze Madonna“ mit polnischem Refrain.

Danach lernten wir den Ort Uniejów näher kennen. Beeindruckend waren die dortige Burg, die schöne Promenade an der Warthe sowie die modern errichteten Thermenanlagen. Viele Teilnehmer staunten darüber, wie ansprechend und lebendig eine kleine Stadt im Vergleich zu Schrobenhausen gestaltet sein kann.

Weiter ging die Reise nach Łódź. Während der Busfahrt wurde natürlich kräftig das bekannte Lied „Theo, wir fahren nach Łódź“ gesungen. In einem guten Hotel verbrachte die Gruppe dort vier Tage und unternahm von dort aus mehrere Ausflüge.

Der erste große Ausflug führte nach Warschau, der Hauptstadt des aufstrebenden Landes Polen. Vom 32. Stock des Kulturpalastes bot sich ein beeindruckender Panoramablick über die Stadt. Besichtigt wurden unter anderem die Altstadt, der königliche Schloss- und Gartenkomplex „Łazienki Królewskie“, die Feldkathedrale sowie das Denkmal des jüdischen Aufstandes im Zweiten Weltkrieg. An diesem Denkmal kniete am 7. Dezember 1970 der damalige deutsche Bundeskanzler Willy Brandt nieder – eine Geste, die weltweit als Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs verstanden wurde.

Nach der fünfstündigen und durchaus anstrengenden Besichtigung der Hauptstadt standen am nächsten Tag zwei weitere besondere Orte auf dem Programm. Zunächst besuchte die Gruppe den Geburtsort von Frédéric Chopin. In einem wunderschönen Park durften wir ein etwa 15-minütiges Klavierkonzert genießen.

Anschließend ging es weiter nach Niepokalanów, auch „Marienstadt“ genannt. Dort besichtigten wir die große Klosteranlage mit der Basilika der Unbefleckten Maria. Gegründet wurde sie vom Franziskaner-Minoriten Pater Maximilian Kolbe.

Pater Maximilian entfaltete in der Zwischenkriegszeit eine große Missionsarbeit, die durch die deutsche Besatzung beendet wurde. 1941 wurde er verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Dort opferte er freiwillig sein Leben für einen Mithäftling und starb im Hungerbunker. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 10. Oktober 1982 heilig.

In einer alten Kapelle, die der Heilige im Jahr 1927 gegründet hatte, feierten wir gemeinsam mit Pfarrer Marek Pokorski einen Gottesdienst. Ebenso eindrucksvoll waren der Besuch des Museums von Maximilian Kolbe, die Basilika der Unbefleckten Mutter der Gnaden sowie die Anbetungskapelle „Stern der Immaculata“, die täglich auf Bibel TV übertragen wird.

Am vorletzten Tag der Studienreise stand schließlich Łódź selbst im Mittelpunkt. Mit einer Stadtführerin besichtigten wir die postindustriellen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Łódź galt im 19. Jahrhundert als das „Manchester des Ostens“ mit großen Webereien und Spinnereien. Einer der bedeutendsten Unternehmer war die Familie Scheibler, die zahlreiche Spuren in der Stadt hinterlassen hat. Riesige Fabrikhallen, soziale Einrichtungen für Arbeiter, prachtvolle Villen und Wohnhäuser bestehen bis heute und wurden auf beeindruckende Weise renoviert. Besonders bewunderten wir die gelungene Umwandlung ehemaliger Fabriken in moderne Einrichtungen für Kultur, Handel und Freizeit.

Auf dem Heimweg legte die Gruppe noch einen kurzen Zwischenstopp in der Sächsischen Schweiz ein. Im Elbsandsteingebirge an der Bastei genossen wir einen grandiosen Ausblick auf die Elbe sowie die Festungen Hohnstein und Königstein.

Während dieser Studienreise standen jedoch nicht nur Besichtigungen und Gottesdienste im Mittelpunkt. Wir waren eine wunderbare Gemeinschaft: diszipliniert, fröhlich und harmonisch. Gemeinsames Singen im Bus, das Verkosten der von vielen Teilnehmerinnen gebackenen Kuchen, gesellige Abendstunden und eine hervorragende Atmosphäre machten diese Reise zu einem besonderen Erlebnis, das allen in schöner Erinnerung bleiben wird.

Text und Fotos: Eugen Wyrobek

Studienreise der Pfarreiengemeinschaft Schrobenhausen nach Polen

An den Anfang scrollen
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner