Die Geschichte dieses kleinen Bauwerks begann bei einem Neujahrsempfang der Stadt Schrobenhausen in der „Alten Schweißerei“ der Firma Bauer. Dort trafen, ohne jede Vereinbarung oder Verabredung, fünf der späteren acht Akteure mit dem Vornamen Anton zusammen. Keiner stellte dies irgendwie fest. Doch nach einer gewissen Zeit wurde dieser Umstand bemerkt.
Bezeichnenderweise wiederholte sich dieser Vorgang ein Jahr später beim darauf folgenden Jahresempfang in ähnlicher Form. Einer der Anwesenden stellte sodann die Vermutung an, dass hier etwas erwächst. Nun kam es zu einer gezielten Verabredung der fünf Anwesenden. Sie wollten klären, ob in der Runde eine gewisse Bereitschaft besteht, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, wobei der gemeinsame Nenner der Vorname Anton sein soll. Also der Taufname Antonius von Padua. Damit war auch schon eine gewisse religiöse Richtung eingeschlagen. Ich erklärte mich bereit, einige Ideen, die auf den Tisch gelegt wurden, auszuwerten und in eine machbare Fassung zu bringen. Es entstand bald die Form und der Umfang, wie er dann später zur Ausführung kam.
Nun standen plötzlich viele offene Fragen in der Runde: Wer baut? Wer bezahlt? Wo wird gebaut? Und vieles andere mehr. Alle Beteiligten erklärten sich bereit, das gesamte Vorhaben finanziell zu stemmen. Die Suche nach dem geeigneten Platz war nach einigen Fehlversuchen schnell erledigt, als ich mit dem Fahrrad den Mühlrieder-Weg stadteinwärts fuhr. Der Platz wirkte wie geschaffen für das Vorhaben.
Der Verkehrsverein Schrobenhausener Land übernahm die Bauherrschaft im Rahmen der Aktionen an der Stadtrunde. Ich übernahm die Entwurfsplanung und die Beantragung der Baugenehmigung, Statik und Ausführungsplanung unter Zuhilfenahme von freiwilligen Helfern. Dass der Bauplatz im Eigentum der Stadt ist, hat die Errichtung natürlich besonders gefördert. Damit ist auch das gesamte Bauwerk in das Eigentum der Stadt übergegangen. Im Stadtrat ergab eine Genehmigungsabstimmung eine einstimmige Zusage.
Der Form und der Zusammensetzung der Einzelteile liegt die Idee zugrunde, dass Gestaltungselemente aus naturnahen und historischen Vorbildern wie ein Indianer-Tipi in der äußeren Hülle und ein Keltenkreuz im Zentrum das Erscheinungsbild prägen. Ferner war ein Gestaltungsmerkmal, dass bei der Errichtung alle Beteiligten – ohne Kenntnisse von Bautechnik – mitwirken konnten. Das war für Lehrer, Zahnärzte und ähnlich Baufremde beim Zusammenbau ein einschneidendes Erlebnis.
So stand dann am 13. Juni 2015 das fertige Antonius-Refugium an seinem Platz und wartete auf ökumenische Segnung. Diese nahmen die beiden Pfarrherren Beyrer und Rupprecht unter reger Beteiligung der Bevölkerung vor. Der Rückhalt bei der Schrobenhausener Bürgerschaft für die Errichtung des Antonius-Refugiums drückt sich besonders aus im Umfang und in der Streuung der Geldspenden und in der Leistung von Bau- und Dienstleistungen. Diese sind an der Innenseite der Sparren auf kleinen Metallschildern verewigt.
Die Anzahl der mitwirkenden Tonis stieg noch im Laufe der Bauzeit auf acht an. Die Namen sind in dem Glasmosaik in der Mitte festgehalten.
So möge das Antonius-Refugium in Schrobenhausen, an seinem Standort zwischen Stadt und Natur, vielen Menschen Gelegenheit bieten, dort einige Zeit zu verweilen und innere Einkehr zu finden. Genau das war unsere Absicht, als die Idee geboren wurde.
Text+Foto: Anton Bayerstorfer
Dieser Beitrag wurde zuerst im Pfarrbrief Pfingsten 2022 auf Seite 4 veröffentlicht.
