In der Steingriffer Dreifaltigkeitskirche findet sich im Altarraum eine spätgotische Figurengruppe, die eine große Bedeutung für das Gotteshaus als Wallfahrtsort hatte (siehe Foto). Christus und Gottvater krönen die kniende Maria und über ihr schwebt der Hl. Geist. Diese Darstellung gibt einerseits das Rosenkranzgeheimnis der Krönung Mariens bildlich wieder und andererseits nimmt sie Bezug auf das Patrozinium der Kirche. Bildhauermeister Karlheinz Torge rekonstruierte in den 1980er-Jahren die Krone Mariens und ordnete die Gruppe in dem kleinen Gestühl neu an. Vor der Bearbeitung waren die drei Figuren auf gleicher Höhe situiert. Ursprünglich kniete aber die Gottesmutter wohl auf einer Säule, Christus und Gottvater schwebten etwas erhöht daneben und die Geisttaube darüber. Einen früheren Kaplan hat die Skulptur so beeindruckt, dass er sich eine Kopie in Originalgröße anfertigen ließ, die jetzt in der Kapelle des Kreisaltenheimes ihren Platz gefunden hat.
Umgeben ist die Figurengruppe in der Kirche von einigen Votivbildern (siehe Foto), die zum Ausdruck bringen, dass die Gläubigen aus der Umgebung mit ihren Sorgen und Anliegen nach Steingriff gekommen sind und vor diesem Gnadenbild gebetet haben. Die älteste Votivtafel stammt aus dem Jahr 1670. Bis ca. 1880 sind am Dreifaltigkeitssonntag die Menschen aus den umliegenden Orten hierher gepilgert, es gab mehrere Gottesdienste und die Predigt wurde ins Freie verlegt, sogar Verkaufsbuden wurden damals aufgeschlagen.
Mit Biergartenbetrieb in den beiden Dorfwirtschaften, Schubkarrenrennen und Ähnlichem wurde das Patrozinium noch lange weltlich gefeiert.
Heute hat die Bedeutung des Patroziniumsfestes deutlich nachgelassen, wird aber nach wie vor mit einem festlichen Gottesdienst am Sonntag nach Pfingsten begangen.
Text und Fotos: Bernhard Hanke
Dieser Beitrag wurde zuerst im Pfarrbrief Pfingsten 2025 auf Seite 4 veröffentlicht.


