Ein Haus am Rande der Stadt Schrobenhausen, für manche unbekannt, vielleicht auch übersehen, aber ein Zuhause, auch oft zur Heimat geworden für 120 Menschen. Mit Betreuung und sehr persönlicher und zugewandter Fürsorge entstand in 14 Monaten eine neu gestaltete Kapelle, gewidmet und geweiht dem Hl. Nikolaus, dem Namensgeber des Hauses. Der Raum will den Menschen hier Platz geben für Körper und Geist, Herz und Seele im Alltag und in den besonderen Lebenssituationen, ob in Freude oder Schmerz.
Die zweiflügelige Eingangstür zeigt Bischof Nikolaus und damit das Thema der Nächstenliebe und der Fürsorge und der Gestaltung des eigenen Lebens. Zum Ausdruck wird das auch durch das Wort von Mahatma Gandhi gebracht: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“
Betritt man die Kapelle, so wird der Blick auf ein in farbenfroher Glasmalerei gestaltetes Triptychon gelenkt, gestaltet von der Glaskünstlerin Frau Brigitte Schuster aus Schrobenhausen. Dieses beeindruckende dreiteilige Glasfenster zeigt in dichter Darstellung die Schöpfungserzählung nach der Bibel. Aus dem Wasser wächst der Baum, auf dessen Blättern die Stationen der Tage der Schöpfung sich entfalten, bis hin zum Licht am Ende des Lebens, aber auch Stationen der Angst und des Scheiterns am Beispiel des Flüchtlingsbootes. Dann noch das Symbol der Friedenstaube über der Urflut des Chaos am Schöpfungsbeginn – ein tröstendes Hoffnungszeichen. Um den Altar in der Mitte des Raumes – gestaltet von der Schreinerei Mahl aus Strobenried – stehen 12 Stühle in Erinnerung an das Abendmahl. An der Stirnseite findet sich ein großes Kreuzsymbol, in der Mitte ein rot leuchtendes Glaselement. Es steht für das hingegebene, verwundete Herz Jesu, auch für das leuchtende Licht am Ostermorgen.
Diese Kapelle lädt ein zum Gebet, zur stillen Meditation oder zur Gottesdienstfeier. Darauf wurde auch bei der ökumenischen Einweihung am 15. Dezember 2020, die Stadtpfarrer Georg Leonhard Bühler und Pfarrer Gerhard Rupprecht vorgenommen haben, hingewiesen.
Ergänzt wird die Ausstattung durch den Ambo, das Lesepult, gestaltet wie ein weit geöffnetes Buch.
Eine besondere Freude machte uns Pfarrer Johann Menzinger durch die Stiftung seines Primizkelches mit Hostienpatene.
Gott gibt seinen Segen und geht die Wege der Menschen dieses Hauses mit.
Text: Werner Gerstmeier
Foto: Birgit Schuster
Dieser Beitrag wurde zuerst im Pfarrbrief Advent/Weihnachten 2021 auf Seite 4 veröffentlicht.

